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Die Woche

 

Die "Woche" in allen Kalendern

Der Wochentag und sein Planet

Die Schwachstelle der Woche

Gedicht: Woche

Die erste Woche des Jahres

Tage, Monate und Jahre wurden ständig verändert ...

 

Ständige Veränderungen kennzeichnen die Geschichte der Kalendersysteme und der Zeitberechnung durch die Jahrtausende hindurch: Die Jahre hatten in den verschiedenen Kalendern eine unterschiedliche Anzahl von Monaten; die Monate wechselten ihre Länge; die Stunden erhielten erst zu Beginn der Neuzeit einheitlich 60 Minuten.

 

Begleitet war diese Entwicklung des Kalenders immer wieder von Zeiten, in denen das reine Chaos herrschte: Die Jahre wurden verlängert oder verkürzt; Schalttage, Schaltwochen und Schaltmonate wurden z.T. willkürlich eingefügt, wie wir im Kapitel "Vorläufer unseres Kalenders" beschrieben haben.

 

... aber die Woche blieb

 

Bei allen Veränderungen der Zeiteinteilung - die Woche ist uns durch die Jahrtausende hindurch so erhalten geblieben, wie wir sie schon bei den Babyloniern kennenlernten. Die Babylonier kannten schon die Woche mit den uns bekannten sieben Tagen.

 

Später finden wir diese Woche bei den Ägyptern und im jüdischen Kalender wieder. Bis Konstantin d. Große die siebentägige Woche im Jahre 321 n. Chr. im Römischen Reich einführte, hatte die römische Woche allerdings 8 Tage.

 

Weiter: Sieben Planeten - Sieben Tage

 

Sieben Planeten - für jeden einen Tag

 

Die Babylonier waren überzeugt, dass jeder Tag der Woche von dem Planeten geprägt wird, der über seiner ersten Stunde herrscht.

 

Auch Sonne und Mond galten als Planeten. Neptun, Uranus, Pluto dagegen waren noch nicht entdeckt. Die bestimmenden sieben Planeten waren also: Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Nach diesen Planeten benannten die Babylonier die Wochentage.

 

Sieben Gottheiten - sieben Tage

 

Die römischen und griechischen Bezeichnungen für diese Planeten, die gleichzeitig als Gottheiten verehrt wurden, finden wir noch teilweise in den Namen der Wochentage wieder.

 

Betrachten wir die französischen Bezeichnungen, so ist ihre Herkunft deutlich:

Mardi = Dienstag - Tag des Mars
Mercredi = Mittwoch Tag des Merkur
Jeudi = Donnerstag Tag des Jupiter
Vendredi = Freitag Tag der Venus.

 

In unseren deutschen Bezeichnungen erkennen wir:

Sonntag = Tag der Sonne
Montag = Tag des Mondes

 

Der Merkur, der früher dem Mittwoch den Namen gab, musste bei uns der Bezeichnung für die “Mitte der Woche” weichen. Die anderen Tage erhielten im deutschen Sprachraum die Namen der entsprechenden germanischen Gottheiten:

Dienstag = Tag des altgermanischen Gottes Thingus (Thingstag)
Freitag = Tag der germanischen Göttin Freia,
Donnerstag = Tag des Gottes Donar.

 

 

Kalendertechnisch hat die Woche Schwächen

 

Dass sich die Woche so hielt, ist erstaunlich, denn rein kalendertechnisch gesehen hat sie eine große Schwäche.

 

Dadurch, dass die sieben Wochentage immer in gleicher Weise folgen - unabhängig vom Monatsbeginn oder Jahresbeginn - fallen die Monatsdaten und Jahresdaten immer wieder auf andere Wochentage. Den Kalendermachern wäre es recht gewesen, wenn z. B. jeder 7., 14., 21., 28. Tag eines Monats ein Sonntag wäre oder der erste Januar immer ein Montag.

 

Häufig wurde eine solche Kalenderreform vorgeschlagen. Sie hätte zur Folge, dass es manchmal nur angebrochene Wochen gäbe; denn zum Monatsanfang müsste ein Montag stehen, unabhängig davon, mit welchem Wochentag der Monat am Vortag endete. Trotz vieler Vorschläge und mancher praktischer Versuche, die Siebentagewoche abzuschaffen, hat sie sich als älteste und biblische Einteilung der Zeit immer wieder durchgesetzt.

 

Woche

 

“Die siebentägige Woche
ist heilig”,
so sagte man früher,
“denn in sieben Tagen
hat Gott die Welt geschaffen,
und sieben Planeten,
hatte man entdeckt,
einen für jeden Tag.”

 

Ich weiß heute,
dass die Welt
nicht in sieben Tagen
geschaffen wurde,
und ich weiß,
dass es mehr
als sieben Planeten gibt
und ich weiß,
dass die Zahl sieben
nicht heilig ist.

 

Mein Wissen befreit
mich von Aberglauben,
und doch bleibt sie mir heilig,
die siebentägige Woche.

Sie ist mir Bekenntnis,
dass mein Wissen
den Glauben nicht zerstört.

 

Sie ist mir Zeichen,
dass wir den Schöpfungsrhythmus achten,
und dass wir uns nicht selbst
zum Schöpfer erheben.

 

Sie ist mir Taktgeberin
für das Vorwärtsgehen und das Besinnen,
für Zerstreuung und Sammlung,
für das Geschickt werden und das Gerufen sein.

 

Sie ist mir Teil,
eines ewigen Rhythmus
von Arbeit und Ruhe,
Wissen und Glaube,
Handeln und Hoffen.

Sie bleibt mir heilig,
in einer sich ändernden Welt
- die siebentägige Woche.

 

Wieviele Tage muss die erste Woche des Jahres haben?

 

Sie verabreden sich:

"Wir telefonieren in der ersten Woche des neuen Jahres!" Der Lieferant verspricht: "In Woche zwei des neuen Jahres kommt die Lieferung bei Ihnen an!"

Bei solchen Verabredungen und Zusagen kann es leicht zu Missverständnissen kommen, denn die erste Januarwoche ist vielleicht nicht die erste Woche und Woche zwei ist vielleicht die dritte Januarwoche. Wie kommt denn das?

 

Weil die Wochentage - unabhängig vom Datum - immer gleichmäßig aneinandergereiht werden, beginnen Kalenderjahre zumeist mit ”angebrochenen” Wochen. Da in unseren Kalendern nicht nur die Tage, sondern auch die Wochen durchgezählt werden, fragt man sich, welches die erste Woche des Jahres ist. Das ist geregelt:

 

Als erste Kalenderwoche eines Jahres zählt die Woche, in die mindestens vier der ersten sieben Januartage fallen.