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Vorwort« Tag & Nacht »Zeit?

 

Tag und Nacht

Helligkeit und Dunkelheit

 

Seit ewigen Zeiten dreht sich die Erde um ihre Achse. Sie lässt die Sonne aufgehen und wieder am Horizont verschwinden, zaubert den Mond und die Sterne ans Firmament und lässt sie wieder verblassen. So wird aus Abend und Morgen: Tag und Nacht.

 

Keine andere Naturerscheinung beeinflusste und beeinflusst das Leben und Erleben der Menschen so sehr. Der Aufgang und Untergang der Sonne, der stetige Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit, regelt den Tagesablauf, bestimmt Empfindungen des Körpers, wie Müdigkeit und Wachheit und löst Gefühle aus, wie Angst und Hoffnung.

 

Die Nacht als Bedrohung

 

Die Nacht empfand der Mensch Jahrtausende lang nicht als Zeit. Sie war nur bedrohliches Dunkel - Unzeit.

 

Ihn bewegte jeden Abend neu die bange Frage: Wer wacht, wenn ich schlafe? Erleichtert nahm er jeden Sonnenaufgang wahr, dankbar, dass nun sein Leben wieder neu beginnen durfte. Schon in uralten Gedichten, Liedern und Gebeten finden wir dieses Lebensgefühl.

 

Nacht

 

Und wieder
versinkt die Sonne am Horizont;
die Nacht bricht herein,
vor der ich mich so fürchte.

Dunkelheit wird wieder um mich sein.

 

Ich finde keinen Trost,
nichts ersetzt die hellen Strahlen der Sonne.

Dunkel wird es nicht nur am Horizont.
Dunkelheit breitet sich aus in mir.
ich bin allein;
die Menschen des Tages
sind nicht mehr da.

Wen ich auch suche,
niemand ist da,
wen ich auch rufe,
ich erhalte keine Antwort.

 

In mir sind die Stimmen der Nacht,
Wortfetzen aus der Vergangenheit,
bange Fragen an die Zukunft.

Wer nimmt mit die Angst meiner Nacht?
Wer gibt mir Kraft für den folgenden Tag?

 

Wer ist da,
meine Seele sanft zu berühren?

Lass mich spüren:
Es wird ein neuer Tag beginnen,
neues Leben
nach dieser Nacht.