geschichte-der-zeit.de

Gregorianisch« Feder & Zugbalken »Nürnberger Eier

 

Feder oder Zugbalken?

Die Räderuhr

Die Federuhr

Räderuhren

 

In der Beschreibung der Entwicklung der Zeitmessung waren wir bei der Sanduhr stehen geblieben. Die Weiterentwicklung der Zeitmessung kam erst zu Beginn der Neuzeit wieder in Bewegung.

 

Die Uhren des Altertums und Mittelalters, seien es Sonnenuhren, Wasseruhren oder Sanduhren, waren unhandlich und ungenau. Irgend jemand wird bei der Beobachtung von Mühlrädern erkannt haben, dass ineinandergreifende Räder unterschiedlicher Größe gut geeignet sind, Zeiger unterschiedlich zu bewegen.

 

Zahnräder eines großen Uhrwerks

 

Daraufhin entstanden riesige Räderuhren, die von Kirchtürmen aus, weithin sichtbar die Zeit anzeigten. Schwere Gewichte, an einem Seilzug hängend, hielten die Räder in Bewegung; horizontal schwingende Balken gaben den Takt an, indem sie regelmäßig die Bewegung der Räder hemmten und wieder freigaben. Nachweislich wurden die ersten Räderuhren zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Kirchtürme gebaut.

 

 

Namenlose Erfinder

 

Wer die Räderuhr erfand, weiß man nicht. Unbekannt ist ebenfalls, wer die Idee hatte, dass auch Federn die kraftspendende Funktion der Gewichte übernehmen konnten. Dieser “namenlose” Erfinder schuf die Federzuguhr und ebnete damit den Weg für die Entwicklung kleiner, mechanischer, transportabler Uhren, wie wir sie heute kennen.

 

 

Weiter: Revlutionär - Uhr mit Federzug

 

 

Die Federuhr

 

Eine aufziehbare Spiralfeder sorgt bei der Federuhr für den Antrieb mehrerer kleiner Zahnräder, die so ineinander fassen, dass Stunden- und Minutenzeiger im richtigen Verhältnis angetrieben werden.

 

Blicken wir in diese mechanische Uhr. Da ist ein Anker mit Haken, der die Feder bremst, und eine Unruh, die mit Schwungrad und Spiralfeder den richtigen Rhythmus angibt. Weitere kleine Einzelteile ließen sich aufzählen; doch das Innenleben einer solchen Uhr ist zu vielfältig, als dass wir es hier ausführlich beschreiben könnten.

 

 

Eine Uhr für jeden Menschen

 

Die großen mechanischen Uhren des späten Mittelalters waren nicht für den “Hausgebrauch” konstruiert. Man musste die Kirchtürme erklimmen, um ihr Laufwerk zu bestaunen.

 

Viele Menschen, die von der Faszination dieser Technik ergriffen waren, träumten davon, ein solches Wunderwerk zu besitzen. Plötzlich, mit der Erfindung des Federzuges, war es möglich geworden, sich diesen Wunsch zu erfüllen - theoretisch zumindest, denn billig waren diese Uhren nicht.

 

Die persönliche Uhr - Beginn einer neuen Zeit

 

Die Menschen der Computergeneration - können sicherlich gut nachvollziehen, welch ein Entwicklungssprung mit der Entwicklung der “Persönlichen Uhr” vor sich gegangen war und welche Faszination davon ausging. Die kleine, tragbare mechanische Uhr veränderte die Welt.

 

Die Entwicklung der Kleinuhren - von den großen Kirchturmuhren zur transportablen Taschenuhr - ist vergleichbar mit der Entwicklung des kleinen “Persönlichen Computers” (PC) in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Man hatte davon gehört, dass schier unerschwingliche Großrechner in Instituten und Firmen unglaubliche Leistungen vollbringen; wenige Jahre später stand ein solches Gerät - kleiner, aber mit noch größerer Leistung - auf dem eigenen Schreibtisch.

 

Mit der persönlichen Uhr begann eine neue Zeit, die Neuzeit - vielleicht hat mit dem persönlichen Computer eine neue Zukunft begonnen; spätere Generationen werden darüber im Rückblick besser urteilen können.

 

Fotos: pixabay martaposemuckel (Zahnräder - Uhrwerk) / Pavlofox (Federuhr - Taschenuhr)