geschichte-der-zeit.de

Kirchenjahr« Stunde »Tag

 

Die Stunde

 

Eine Stunde - der zwölfte Teil des Tages bzw. der Nacht

 

Die Stunde ist kein natürlicher Zeitabschnitt wie Tag und Jahr. Tag und Jahr entstehen durch die Drehung und den Lauf der Erde; wir werden durch Helligkeit und Dunkelheit sowie durch die Jahreszeiten in den Rhythmus von Tag und Jahr wie selbstverständlich hineingenommen. Die Stunde entsteht, indem wir diesen natürlichen Rhythmus künstlich teilen.

 

Eine Stundenaufteilung finden wir schon bei den Babyloniern; die Ägypter übernahmen sie; und von hier ging sie schließlich auf alle Völker der Welt über. Die zwölf Sternenbilder und die zwölf Mondphasen werden die Astronomen des Altertums veranlasst haben, den Tag und die Nacht in je 12 Abschnitte zu gliedern. Man teilte die Zeit der Helligkeit, vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne, in 12 Teile und ebenso die Zeit der Dunkelheit.

 

Stunden waren unterschiedlich lang

 

Auch die “längste Nacht” im Winter, in der nach unserer heutigen Stundeneinteilung die Sonne 16 Stunden lang verschwunden scheint, hatte damals nur zwölf - dafür lange - Stunden.

 

Die Dauer der Stunden änderte sich also stets mit der Jahreszeit, und die Tagesstunden unterschieden sich in ihrer Länge von den Nachtstunden. Im Sommer waren die zwölf Stunden der Helligkeit länger als die der Nacht – im Winter war es umgekehrt.

 

Im Winter stellte man die Uhr bei Sonnenuntergang auf sehr langsam, bei Sonnenaufgang wurde sie auf schnell gestellt. Das war nicht nur im Altertum so; bis in die Neuzeit hinein war die Stunde nicht der 24. Teil eines Tages, sondern der zwölfte Teil der Dunkelheit bzw. Helligkeit.

 

Nur zur natürlichen Tagundnachtgleiche waren alle 24 Stunden gleich lang. Denn nicht Mathematik, sondern Astronomie bestimmte die Zeiteinteilung. Daher finden wir noch heute an vielen Stellen der Welt, auch in Deutschland, alte Sonnenuhren mit verschiedenen Zifferblättern - für die verschiedenen Jahreszeiten.

 

 

Die mechanische Aufteilung des Tages in 24 Stunden

 

Das Aufkommen der mechanischen Uhr hatte eine Aufteilung des Tages in zweimal zwölf gleiche Stunden zur Folge. Erst in der Neuzeit, nach der Reformation, verbreitete sich diese “mechanische” Stundenaufteilung.